Geschichtliches

Die Wachau zählt zu den ältesten Landschaften Österreichs und war schon während der Altsteinzeit wegen der klimatischen Begünstigung des Donautales als Wohngebiet bekannt. Bedeutende Funde beweisen das: "Tanzende Venus vom Galgenberg" (bei Krems) um 30 000 v. Chr. und die "Venus von Willendorf" (bei Spitz), ca. 20 000 v. Chr., welche 1908 beim Bahnbau gefunden wurde. Sie ist eine 11 cm große Kalksteinstatue und ein Symbol der Fruchtbarkeit.

 

Das Römische Reich dehnte sich unter Caesar nach Norden aus. Ohne erheblichen Widerstand besetzten die Römer das keltische Königreich Noricum (1. Jhd. n. Chr.) und machten es zur Privinz, die nicht von römischen Legionen, sondern von Hilfstruppen besetzt wurde. Die Donau bildete damals die Nordgrenze des Königreiches.

Schon 140 n. Chr. dienten dem Grenzschutz Kastelle, Standlager, Wachtürme in Rossatzbach und Arnsdorf. Auf Treppelwegen zogen Pferde die Schiffe mit römischen Soldaten und Kriegsmaterial donauaufwärts.

Während der 400-jährigen Machtstellung der Römer bürgerten sich so manche Sitten und Gebräuche auch nördlich der Donau ein. Bspe: Wasserleitungsbau, Fußbodenheizung und der Weinbau. Dieser soll schon 300 n. Chr. in Krems bekannt gewesen sein.

 

Um 430 zogen die Hunnen durch die Wachau und hinterließen viel Elend.

455 kam der Mönch Severin in unsere Gegend und linderte die Not. Er wirkte als Missionar und Beschützer der christlich-römischen Siedler. Seine Lebensgeschichte, die "Vita Severine", verfaßte der Mönch Eugippius um 511.

 

Erste Ansätze, daß sich dieses Gebiet als historisches Kernland Österreichs herausbildet, ergaben sich um 600, als von Westen her eindringende Bajuwaren auf die von Osten bis Melk und das Waldviertel vorgestoßenen Awaren und Slawen trafen. Der Melkfluß wird zur Grenze zwischen den Bayern und Slawen. Die Bayern wurden 788 nach Absetzung des Bayern-Herzogs Tassilo durch Karl den Großen der fränkischen Oberherrschaft unterstellt.

Es ist dies die Zeit, in der die Passauer Bischöfe und das Kloster Niederaltaich von Kaiser Karl Besitzungen in der Wachau erhielten (800).

 

823 wird der Name "Wachau" erstmals erwähnt.

Er leitet sich entweder vom lateinischen Wort wacta (Wachposten entlang der Donau) oder aber vom altdeutschen Wort vahen (fangen; auf den Fischfang bezogen) ab.

 

In einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Deutschen vom 6. Oktober 830 wird das Talstück am linken Donauufer von Spitz bis Aggsbach als Gegend "Wachowa" bezeichnet. Im 12. Jhd. schrieb man "Wachowia" oder "Wachove". Die Grenzen waren sehr verschieden. Seit 1150, als die Stifte St. Florian und Niederaltaich den Streit wegen der Besitzungen beendeten, wird die Grenze vom Mieslingtal bei Spitz bis zum Wattstein vor Dürnstein genannt. Zur Erinnerung hat man dort das Kuenringerdenkmal - Ritter Hadmar auf dem Pferd reitend - nach der Fertigstellung der B3 aufgestellt.

 

Ab 1259 wurde der Name "Wochau" geführt. Der Hauptort ist Weißenkirchen, das damals "Lichtenchyrchen" hieß. Er umfaßte die Orte St. Michael, Wösendorf und Joching - genauso wie heute die Großgemeinde Weißenkirchen. Später hieß es "Tal Wachau" und bildete einen eigenen Selbstverwaltungsbezirk mit besonderen Rechten, die erst Maria Theresia aufgehoben hat. Die "Richter der Wachau" besaßen bedeutende Befugnisse und sind dem heutigen Bürgermeister nicht gleichzustellen. Die höhere Gerichtsbarkeit hatte aber die Herrschaft Dürnstein inne. Ein Galgen stand zwischen St. Michael und Wösendorf. Die Mutterkirche der Wachau - also die erste Pfarrkirche der Gegend - befindet sich in St. Michael und wird urkundlich zum ersten Mal 987 erwähnt. Diese Großgemeinde (Weißenkirchen, Joching, Wösendorf und St. Michael) bestand bis zum Jahre 1837, also 580 Jahre. Im Zuge der allgemeinen Gemeindezusammenlegungen 1972 wurden diese Ortschaften wieder zu einer Großgemeinde vereinigt. Nach 1837 bezeichnet man das Tal zwischen Melk und Krems als Wachau.

 

Wir befinden uns auf unserer Reise durch die Geschichte der Gegend zwischen 1050 und 1291, als die Kreuzzüge Leben in dieses Engtal gebracht haben. Die Kreuzscharen zogen auf einfachen Donauschiffen ins Hl. Land. Sie beförderten Krieger und Kriegsmaterial und mußten öfters ans Ufer gehen, um Lebensmittel und Wein zu ergänzen, wovon die Wachauorte großen Nutzen zogen.

Es ist dies auch jene Zeit, in der es während eines Kreuzzuges zwischen Herzog Leopold V. und dem englischen König Richard Löwenherz zu Streitigkeiten gekommen ist und Richard Löwenherz bei Wien gefangengenommen wurde und nach einem Fluchtversuch nach Dürnstein gebracht wurde (1192/1193).

 

Die Kuenringer errichten zu dieser Zeit auch die Burg Aggstein und ein Jahrhundert später die Burg Hinterhaus in Spitz.

Seit dem 13. Jhd. waren die Badestuben bekannt. Der Bader, wie man den Besitzer solcher Stuben nannte, wusch und massierte die Badenden, schnitt ihnen die Haare und übernahm auch die Pflege und Heilung der Kranken. Badehäuser waren in Dürnstein, Weißenkirchen, Joching und Spitz.

 

Im 14. und 15. Jhd. sind Handwerksgruppen, die sich zu Zünften zusammenschlossen, durch die Wachau gezogen. Diese waren ursprünglich kirchliche Bruderschaften und erst später traten die handwerklichen Interessen in den Vordergrund.

 

Unter der Ungarnherrschaft des Königs Matthias Corvinus wurde 1474-1477 die Stadt Krems umzingelt und beschossen. Die Wachauorte hatten durch diese ungar. Truppen sehr viel zu leiden. Aus dieser Zeit stammen die ersten Nachrichten über den Anbau von Safran in der Gegend.

 

1490 wird bei Mautern eine Holzbrücke über die Donau errichtet, vorher mußte man mit Booten übersetzen.

 

Im September 1529 standen die Türken vor Wien und vereinzelte Truppen drangen bis Mautern vor. Spanischen Hilfstruppen waren in Krems einquartiert. Jedoch durch Unvorsichtigkeiten verursachten sie einen großen Brand, der 150 Häuser einäscherte. Diese Hilfstruppen zogen 1532 raubend und plündernd durch die Wachau und zündeten den Kirchturm von St. Michael an. Es ist dies die Zeit, in der die Kirchen von St. Michael und Weißenkirchen als Zufluchtstätte für die Bevölkerung befestigt wurden.

Im Jahr 1538 zogen noch einmal 2000 spanische und 5000 italienische Soldaten, die gegen die Türken gekämpft hatten, durch die Wachau, wo sie schrecklich wüteten.

 

Auch unter den Wirren des 30-jährigen Krieges hatte die Bevölkerung viel zu leiden. Es wurde der reiche Kirchenschatz geplündert und die Schweden steckten Dürnstein in Brand. Nach Abzug der Schweden standen viele Häuser leer und die Wein- und Obstkultur waren vernichtet.

 

Auch die 2. Türkenbelagerung 1683 richtete viel Unheil an.

 

Trotzdem erlebt die Kunst nach 1700 eine Hochblüte. Ist es doch jene Zeit, in der das Stift Melk (Jakob Prandtauer), das Stift Göttweig (Johann Lucas von Hildebrandt) und das Kellerschlössel (Jakob Prandtauer) in Dürnstein entstanden.

 

1784 wird von Kaiser Joseph II die Ausschank von Eigenbauweinen im eigenen Haus genehmigt. Es ist dies unser "Heuriger".

 

1805 zieht Napoleon gegen Wien und Mautern vor, wo er die Holzbrücke in Brand setzte. Am 11. November wird der Ort Loiben 3x erobert und wieder zurückerobert, es siegten schließlich die kaiserlichen Truppen über die Franzosen unter der Anführung von Marschall Mortier. Ein Denkmal zwischen Dürnstein und Oberloiben erinnert an jene Zeit.

 

1829 wurde die DDSG (Donaudampfschiffahrtsgesellschaft) gegründet. Bis zum 1. Weltkrieg ist sie die größte Binnenschiffahrtsge-sellschaft der Welt.

 

1890 wurde in der Wachau der Marillenbaum eingeführt.

1895 wurde die hölzerne Donaubrücke bei Mautern durch eine Eisenbrücke ersetzt.

 

Bis 1909 verkehrte die Postkutsche in der Gegend und wurde von der Eisenbahn abgelöst. 

1958 wurde die Bundesstraße 3 durch den damaligen Bundeskanzler Raab eröffnet.

 

 

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© Sabine Pell